TAKE IT OR LEAVE IT


Aufführungen

23.Januar 20:00
20.Januar 20:00
20.Januar 20:00

Wolf-Dieter Gööck und Peter Koch

Texte: Charles Bukowski (Chinaski-Erzählungen, nach Episoden aus "Faktotum") / Wolf-Dieter Gööck (Diogenes Überlegungen) / Die Bemerkungen zum Thema Arbeitslosigkeit gehen auf eine Anregung von Matthias Dix zurück | Deutsche Texte: Gööck / Freie Improvisation: Koch

Marktwirtschaft, Kapital, Profitgier = Ungleichheit, Ungerechtigkeit, Unzufriedenheit = Extreme Armut der Mehrheit und extremer Reichtum der Minderheit = Misstrauen, Angst, Hilflosigkeit = Krisen, Radikalisierung.

Unser Denken, Leben, Alltag wird von Ökonomie, Effizienz, Finanzmärkten bestimmt.

Bukowski führt dies zum Absurdum. Er reißt die Maske herunter. Seine Helden sind Säufer, Prostituierte, Zocker und Verlierer.
 
Wer war Bukowski?

Ein Asozialer, ein Säufer und Hurenbock? Oder ein versoffener bürgerlicher Schriftsteller, der bis ins hohe Alter die Asozialität seiner frühen Jahre vermarktet hat?

Was wäre aus ihm geworden, hätte nicht irgendwann ein Verleger den Wert und den Marktwert seiner räudigen Stories erkannt?

Bukowski, großartiger, düsterer Dichter, Taugenichts, Gossenpoet. Ein Stachel im Arsch der Gesellschaft.

Er war unbeugsam. Unbequem. Umstritten.

Seine Romane, Erzählungen, Geschichten sind Spiegel der menschlichen Seele, seine Helden – allen voran Henry Chinaski – sind geprägt von Gleichgültigkeit, Gesetzlosigkeit und Selbstzerstörung.
Klare, harte, geradlinige Worte. Titel wie Erections, Ejaculations, Exhibitions oder All the Assholes in the World and Mine. Verglichen mit Dostojewski, Rimbaud, Hemingway, Miller.

"Fast jeder kommt als Genie auf die Welt und wird als Idiot begraben" – für Bukowski die Essenz seines Lebens, seines Schaffens, der menschlichen Existenz allgemein.

In TAKE IT OR LEAVE IT trifft Bukowski auf Diogenes. Zwei Penner, der Eine in einer Tonne lebend, der Andere in einem alten, abgewrackten Bungalow, Brüder im Geiste der Besitzlosigkeit, verbunden in der Inszenierung des eigenen Lebens als fortwährendes öffentliches Ärgernis. Auch Chinaski ist mit von der Partie. Dieser Theaterabend entsteht aus einer Spekulation, einem Bukowski-Text und Musik von demselben Stoff.
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Diogenes geht am hellichten Tag mit einer Laterne in der Hand über den Markt von Athen. Er leuchtet hier einem, dort einem ins Gesicht, schüttelt den Kopf, geht weiter, so lange, bis ihn einer frägt, was er am helllichten Tag, mit seiner Laterne wolle. "Ich suche", sagt Diogenes, "einen Menschen."
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Die Künstler und das Theater behalten sich vor, jährlich das Stück auf Systemrelevanz zu prüfen und es solange zu zeigen, wie das kapitalistisch-imperialistische System das Aktuelle ist.

Preise und Karten