TAGEBUCH EINES WAHNSINNIGEN

Aufführungen

24.März 20:00
25.März 18:00

Ensemble La Vie

von Nikolai Gogol, in einer Fassung von Werner Buhss

Regie und Ausstattung: René Rothe

Foto und Videokunst: Dominik Weinmann

Es spielt: Thomas Schwalbe

Die Gogolsche Welt als surreales Szenarium der Moderne

Aksenti Iwanow Propristschin ist Mitarbeiter in einem Ministerium. Er ist der, den alle übersehen, einer der sich krumm macht und wund läuft, ohne dass es jemanden schert.
Jeden Tag vor akkuratem Arbeitsantritt liest er die sonderbaren Sprüche, die ihm sein Abrisskalender in der Mietwohnung anzeigt.

Neue Spuren tun sich auf. Sein Selbsthass beginnt sich zu relativieren. Er bemerkt Blicke der Tochter des Regierungsbeamten, er vernimmt Stimmen, die aus Hundemäulern kommen und ihm Perspektiven verheißen. Er schält sich wie eine Made aus seinem Kokon und beginnt zu flattern; in die lichte Welt, in den Ruhm, hinein in die vermauerten Wände einer Anstalt.

Erst hier, im Grauen der geschlossenen Psychiatrie, wird er ausleben, was er insgeheim immer war: der König von Spanien. Die einsamen, schmerzhaft komischen Bekenntnisse dieser Beamtenseele sind seit Gogol von bleibender satirischer Schärfe.
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Nikolai Gogol wurde 1809 in Welyki Sorotschynzi, Ukraine geboren. Spätere Versuche in Sankt Petersburg an der Universität zu arbeiten und in Berlin Schauspieler zu werden, bleiben erfolglos. Ab 1829 im Staatsdienst. 1831 Geschichtslehrer an einer Mädchenschule. Er lernte Alexander Puschkin kennen, der ihn ermutigte zu schreiben. Thema vieler seiner Bücher ist die Lebensweise des Landadels u.a. in „Die toten Seelen“. Er litt zunehmend an einer Form der Schizophrenie und starb 1852 in Moskau an den Folgen strengen religiösen Fastens.

Ⓒ henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin

Preise und Karten

VVK 13€ / 8€ AK-Zuschlag: 2€