Riquet
und Mirabelle
Jubiläumstheaterstück anlässlich des 20jährigen Bestehens
der Lebenshilfe Ortsverband Dresden
e.V.
| Prinz Riquet wird mit schielenden Augen, einem Klumpfuß und einem Buckel geboren. Eine Fee aber sagt voraus, dass er sehr klug sein würde und verleiht ihm die Gabe, dereinst seine Klugheit mit seiner Liebsten teilen zu können. Prinzessin Mirabelle ist wunderschön. Die Fee prophezeit, sie würde ebenso schön wie dumm sein - verleiht ihr aber die Gabe, ihre Schönheit mit dem Liebsten teilen zu können. Die Geschichte nimmt ihren Lauf: Sie treffen sich zufällig, Riquet verliebt sich in Mirabelle und beschenkt sie mit seiner Klugheit. Nun ist sie schön und klug. Ihre Klugheit verhilft ihr zu der Erkenntnis, dass ihr Riquet einen Großteil seiner Selbst geschenkt hat - ohne Gegenforderung. Sie schenkt ihm von ihrer Schönheit. Keiner der Beiden ist wirklich verändert. Die doofe Prinzessin ist nicht plötzlich klug, jedoch fand sie in Riquet einen Menschen, der ihr Achtung zollt und ihr Mut gibt. Auch der verwachsene Prinz ward bei Leibe kein Adonis, auf ihm ruhen die Augen einer verliebten Frau - das macht ihn wunderschön. Das Geheimnis der Fee war nichts weiter als das Bescheren mit Selbstbewusstsein. Mit der Geschichte greift die Lebenshilfe quasi ein Thema in eigener Sache auf. Schönheit liegt im Auge des Betrachters. So sagt man jedenfalls. | |
| Dennoch geben wir uns im täglichen Miteinander keinesfalls so souverän und berufen so oft auf die Ideale, die wir selbst fahrlässig und aus Bequemlichkeit installiert haben. Die Sprache bietet uns dafür reichhaltiges und teils stigmatisierendes Wortmaterial, um Menschen, die außerhalb dieser Ideale liegen, - wenn auch nicht mit der Absicht der bewussten Diskriminierung - zumindest eindeutig zu identifizieren. Das Stück stellt die Begriffe Schönheit und Selbstwertgefühl sowie deren Zusammenhang in den Mittelpunkt und regt in jedem Falle zum Nachdenken an. Verpackt in einem zeitlosen und liebevoll arrangierten Märchen nach Motiven des französischen Märchens "Riquet mit dem Schopfe" von Charles Perrault werden erstmals die teils schon über viele Jahre aktiven Projekte der darstellenden, der musischen, der bildenden sowie der tänzerischen Kunst in einer Produktion zusammengeführt. Die Schauspieler der seit über 15 Jahren existierenden TheaterWerkstatt Inpuncto werden umrahmt von einer dem Stück entsprechender Musikauswahl, dargeboten vom gemischten Chor "Sinpuncto", einem ebenfalls langjährigen Projekt der Lebenshilfe Dresden. Künstler des fast fünfjährigen Atelier "FARBIG" füllen die Kulisse des schlicht gehaltenen Bühnenbildes mit Projektionen ihrer eigens für die Produktion geschaffenen Werke. Diese können zudem ab 19. August 2010 in der Ausstellung Riquet und Mirabelle FARBIG im Projekttheater besichtigt werden. Lebendig abgerundet wird die Märchenszenerie mit Sequenzen der Tanzgruppe der Anne-Frank-Schule Radebeul. Lassen Sie sich verzaubern! Denken Sie nach! Was ist Schönheit? Macht Schönheit selbstbewusst? Gibt es überhaupt Hässlichkeit? Riquet und Mirabelle - ein Theaterabend der besonderen Art, der noch über den Heimweg hinaus Gesprächsstoff bietet! Mitwirkende: Künsterlische Gesamtleitung: Christiane Jo Gerbeth TheaterWerkstatt Inpuncto: Christiane Jo Gerbeth (Leitung) Atelier "FARBIG": Bettina Lau-Lange (Leitung) Chor "Singpuncto": Christlinde Wünsche (Leitung) Tanzgruppe der Anne-Frank-Schule Radebeul: Simone Koch (Leitung) | ![]() |