besondere projekte

Bunte Republik Neustadt 13.-15. Juni 2014

„Auf der Suche nach der verlorenen BRN“

Projekttheater und Studenten der bühne der TU haben sich in diesem Jahr gemeinsam auf Spurensuche der alten BRN begeben.

Wo kommt die BRN eigentlich her, warum „Bunte Republik Neustadt“, worum ging es den Gründern eigentlich?

Am Ende der Recherche – vielen Dank an das Stadtteilhaus Neustadt, das BRN-Museum und Ulla Wacker und Julius Skowronek an dieser Stelle – stand dann die Idee zur diesjährigen Ballermann-Republik Neustadt fest: „Zu verschenken: REPUBLIK“

Wer am Freitag und Samstag den Hof des projekttheaters betrat, erklärte sich automatisch und ohne gefragt zu werden mit den Dekreten der 1. BRN 1990 einverstanden. Wer diese nicht mehr kennt oder noch nie gekannt hat, konnte sie nachlesen, sie waren groß und deutlich angeschlagen.

Sodann luden wir alle Gäste ein, sich in die Vergangenheit zu begeben. Im NichtSpielHaus konnten sich Interessierte (und das waren sehr viele) einen Film zur ersten BRN anschauen, um vielleicht mal ein bißchen Feeling zu spüren, wie das damals war, als das projekttheater noch Staatstheater der BRN war und es noch einen König in unserer Republik gab.

Und wie 1990 sollten nun alle Gäste selbst Hand anlegen und die Neustadt, deren Grundriss wir im Hof aus Blumenkästen nachgestellt hatten, bunt und grün machen.

Wir verschenkten ein Grundstück in einer Straße der Neustadt an jeden Gast. Auf diesem Grundstück durften dann Pflanzen gesetzt werden, und jeder konnte seine Republik ausrufen, indem er ein Fähnchen hisste.

An Pflanzen hatten wir wunderbaren KOHLrabi, RosenKOHL und GrünKOHL sowie Feldsalat im Angebot. Warum so KOHLlastig? Nun, das konnte man nachhören, in der Rede zur Selbstbestimmung des Altkanzlers gleichen Namens vom 19. Dezember 1989 vor der Dresdner Frauenkirche: „Es ist eine Demonstration für Demokratie, für Frieden, für Freiheit und für die Selbstbestimmung ...“ – So sollte es auch bei uns sein. 

Wer dann nach unsere kulturschutzgebiet-Republik wieder verließ, konnte beim Betreten der Ballermann-Republik seine eigenen Schlußfolgerungen ziehen, was aus der BRN geworden ist und darüber nachdenken, wo die Ideale, die Idole und die Ideen einer autonomen Bunten Republik hin sind, die damals nicht umsonst eine Woche vor der Einführung der DM mit der Einführung der NM (Neustadtmark) startete. 

Seit Montag kann übrigens jeder Republikgründer – es waren insgesamt 202 neu entstandene Republiken – seinen Staat mit nach Hause nehmen und weiter gestalten, eigene Gesetze erlassen, bauen und pflanzen, wie es ihm beliebt.
Wer mehr über die Geschichte der BRN erfahren möchte, dem empfehlen wir dringend das BRN Museum im Stadtteilhaus, hier gibt es Dokumente, Fotos und viele viele spannende Geschichten und Infos zur BRN.

Zirkus macht stark 23. Juni 2014

Kinder - Zirkus - Show im projektthater am 23.6. 2014

Präsentation der Alltagsakrobaten: 35 Mädchen und Jungen der 15. Grundschule in Dresden im Alter zwischen 7 und 11 Jahren.

Seit Beginn dieses Schulhalbjahres trainieren sie wöchentlich zusammen auf diese Aufführung hin. Unterstützt von Zirkuspädagogen/innen und der Choreographin Martina Morasso haben sie Beiträge aus verschiedensten zirziensischen Disziplinen zu einer modernen Show zusammengetragen.

Mit dabei sind Elemente der Luftakrobatik, Balance und Kugellauf, Akrobatik und Jonglage. Der Charakter der Show orientiert sich am Neuen Zirkus, weg von klassischer Nummernarbeit.

Ein wunderbares Projekt, welches allen Beteiligten unglaublich viel Spaß gemacht hat.
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durchgeführt von Springkraut e.V. -  Verein zur Förderung von Zirkuskultur

Projektleitung: Peter Theeg, Christin Kuchra, Anne Richter

Choreographie: Martina Morasso

Trainer: Anne Richter, Christin Kuchra, Clemens Schmidt, Julia Magister, Oisin Haywood

Musik: Michael Wieting

In Kooperation mit dem Hort der 15. Grundschule Dresden und dem projekttheater dresden.

Gefördert von Zirkus macht Stark.

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Nächstes Schulhalbjahr gibt es wieder ein Halbjahreskurs mit Springkraut e.V. im Hort der 15. Grundschule mit einer Aufführung im pt am 26. Januar 2015

"Wir sind wild, –  seid ihr es auch."
                    

Reminiszenz der Spielzeit 2013/14

Der 24er Jahrgang war ein ausgesprochen Guter, Erfolgreicher, mit zahlreichen Höhepunkten und mit insgesamt ca. 2500 Gästen mehr als 2012/2013 offensichtlich auch ein Beliebter.

Mit einer besonders farbenprächtigen Blüte startete der Spielzeit 2013/14 im September mit der Premiere von „Krieg am Biscuit oder Schlacht ab 8“, einer Eigenproduktion unseres Hauses mit Freunden und Mitgliedern des Vereins. Das Stück ist eine Antikriegskomödie von Boris Vian – von uns inszeniert und gelesen zur Bundestagswahl im September 2013. Darsteller waren Nicole Meier, Karoline Bischoff-Lesch, Dirk Strobel, Boris Gruhl, Rainer Fahrenbruch, Wolfgang Mähnert & Julius Skowronek. Das machte nicht nur allen Beteiligten, sondern auch den Besuchern viel Spaß.

Der Herbst 2013 brachte für andere Kultureinrichtungen der Dresdner Neustadt tiefe Einschnitte, wo wir zu Hilfe kommen konnten. So übernahmen wir Veranstaltungen des Stadtteilhauses während des Hochwassers und als die Blaue Fabrik baupolizeilich gesperrt werden musste, konnten einige kleinere Konzerte noch in unseren Spielplan aufgenommen werden und standen wir für das Festival Frei Improvisierter Musik mit unseren Räumen zur Verfügung.

Das brachte auch einige positive Entdeckungen. So fügten wir unserem Genrestrauß das Filmkonzert hinzu und erlebten mit anderen zahlreichen Fans spannungsreiche und auch leicht gruselige Nächte mit Nosferatu oder dem Müden Tod. Auch in der neuen Spielzeit wird es wieder Filmkonzerte geben, so z.B. im Oktober „Das Cabinet des Dr. Caligari“.

Großartig waren auch die 2 Literatur-Premieren von Tobias Herzz-Hallbauer aus Dresden und Tom Wolter aus Halle, die mit „Böhlendorff“ und „Das Krokodil“ im ersten Quartal das Publikum voll überzeugen konnten.

Eine verrückte und besonders bunte Blüte trieb die Zusammenarbeit mit der bühne der TU zur Weihnachtszeit. Das Weihnachtsspecial zum Advent brach alle Besucherrekorde und war eine wunderbare Alternative zu „Leise rieselt der Schnee“. Mit 340 verkauften Karten und damit 4 ausverkauften Vorstellungen ein Besucherhit. Auch im Dezember 2014 wird es das Weihnachtsspecial geben, diesmal unter der Leitung des neuen Chefs der bühne der TU, Matthias Spaniel.

Sehr glücklich sind wir über den Ausbau der Zusammenarbeit mit Schulen im theatralen Bereich, da wir dieses als äußerst bedeutsam in einer Zeit des wachsenden, ungebremsten Medienkonsums ansehen.
Die Zusammenarbeit mit der Dreikönigschule von gegenüber wurde natürlich fortgesetzt und mündete in den Sommerkulturtagen im Juli 2014. Mit insgesamt 16 Vorstellungen ist das Gymnasium der bedeutendste Partner in diesem Bereich.
Neu konnten wir die Freie Montessorischule als festen Partner gewinnen. Im Januar 2014 fanden nach einem 2-wöchigen Workshop insgesamt 6 Aufführungen statt, welche großartig waren. Hier kamen die Schüler zum Zug, gestalteten mit, engagierten sich und spielten, was das Zeug hielt.
Auch die Zusammenarbeit mit der Freien Alternativschule wurde fortgesetzt. Mit „Ijon Tichy Raumpilot“ zeigten die Schüler einen Klassiker und hatten vor allem viel Spaß dabei.
Als neuer Partner gewonnen werden konnte die Internationale Schule, welche ihr Theaterprojekt „A Midsummers Night Dream“ unter der Leitung des Ensembles La Vie im März 2014 bei uns auf die Bühne brachten.
All diese Projekte finden unter der Leitung freier Schauspieler Dresdens statt und beinhalten immer eine auf das Schuljahr bezogene, regelmäßige Arbeit, welche dann in Aufführungen gipfelt.

Natürlich gab es nicht nur Neues, auch Altbewährtes wurde fortgesetzt. Nach wie vor sorgen die Mitglieder von FSK – dem Improtheater der bühne der TU jeden dritten Dienstag für schmerzende Lachmuskeln. Jeden 2. Dienstag im Monat sind die LITERATURverführer Dresdens, die Silbernen Reiter im projekttheater zu Gast. Udo Tiffert, Konstantin Turra und Moritz7 laden zu einem Abend voller Lesevergnügen ein.
Und auch immer mehr Kinder fanden mit ihren Eltern den Weg ins projekttheater. Sei es die Geschichte vom „Eisverkäufer und Schlittschuhläufer“, „Piraten Alarm!“ oder „Puschel und die Jahreszeiten – die Kinderveranstaltungen waren immer gut besucht. Es bildeten sich sogar Fangruppen für „Puschel“, welcher mit Liedern und Geschichten zur passenden Jahreszeit die ganz Kleinen überzeugte. Mit fast 500 kleinen und großen Gästen war dies eine überaus erfolgreiche Reihe und wird natürlich auch in der neuen Spielzeit fortgesetzt.

Im Februar 2014 öffneten wir unsere Pforten für ein, im pt bisher eher unterbelichtetes Genre: dem KABARETT. Wir starteten die erste Dresdner Kabarettwoche und zeigten vom 10. bis 16. Februar geballte Politsatire. Obwohl in der Dresdner Neustadt nicht zu Hause, fand dieses Experiment schnell sein Publikum, so daß nach anfänglichen Startschwierigkeiten das Projekt erfolgreich zum Abschluss gebracht werden konnte. Im März 2015 wird es dann die 2. Dresdner Kabarettwoche geben.

Eine großartige, kluge und anarchistische Blume erblühte im März im pt. Das Panische NOtTheater brachte mit Utz Pannike, Claudia Reh und Jörg Schittkowski die Performance „Stachel der Arbeit“ zur Uraufführung.

Im April 2014 feierten wir gemeinsam mit allen Begeisterten des Tanzes die jährlich stattfindende Tanzwoche Dresden, immer ein besonderer Höhepunkt in jeder Spielzeit, in diesem Jahr dicht gefolgt von der Langen Nacht der Dresdner Theater, welche am 3. Mai stattfand und zu der wir über 700 Gäste begrüßen durften.

Doch 2 besondere Blüten hielt die Spielzeit noch für uns und unser Publikum bereit: Im Juni war wieder BRN – Bunte Republik Neustadt – und wir waren wieder mit dabei. Seit 4 Jahren gestalten wir unseren Beitrag gemeinsam mit der bühne der TU. Nach „8 Wege zur Anarchie“ und „Freiheit to go“ 2011 und 2012 und „Solaris“ 2013 setzten wir uns in diesem Jahr mit der BRN selbst auseinander und begaben uns auf „Die Suche nach der verlorenen BRN“ – mit überwältigendem Erfolg. Die Besucher zählen zu wollen, war nicht möglich. 212 neue Republiken wurden gegründet und mit Feldsalat, Grünkohl o.ä. begrünt. Unsere Republiken waren wirklich bunt und manche Besucher wollten gar nicht mehr zurück auf das Gelände der Ballermann Republik Neustadt.

Die zweite wunderbare Blüte wurde uns von – wie sie selbst sagen - einer anarchistisch organisierten Truppe aus jungen Schauspielern und Schauspielern, die es mal werden wollen und solchen, die es nicht sind, geschenkt. Sie inszenierten „Die Physiker“ von Dürrenmatt und schufen ein unbedingtes Highlight in unserer Spielzeit. Das Publikum war nicht mehr zu fassen, wir mussten sogar eine Sondervorstellung ansetzen, um allen die wollten, dieses Stück zeigen zu können.

Selbstreden unterstützen wir auch zahlreiche Projekte, welche nicht auf unserer Bühne gezeigt wurden, seien es Raumnutzungen z.B. durch das Societaetstheater, die Musikhochschule, das Staatsschauspiel (Unart) und und und , sei es durch technischen Support, wie z.B. beim Schaubudensommer, beim Kraftwerk off/on oder bei Gastspielen freier Künstler in anderen Theaterhäusern in deutschen Landen.

Die Spielzeit 2013/14 brachte uns und dem Publikum 33 Premieren neuer Stücke, 6 Amateurtheaterprojekte, 11 politische Veranstaltungen wie Foren/Diskussionen, 5 Tanzprojekte außerhalb der Tanzwoche Dresden, 4 Schülertheaterprojekte, 5 Uraufführungen mit anschließenden Vorstellungen für Kinder welche komplett ins Repertoire übernommen wurden, 3 Präsentationen von Workshops, welche in unserem Haus stattfanden und ergänzend gab es 5 Ausstellungen, welche jeweils mit einer Vernissage eröffnet wurden. Wir konnten ca. 17.500 Besucher in unseren Räumen begrüßen, was einer Platzauslastung von knapp 70% entspricht.

27.8.2014
Anke Siefke

KULTUR FAIR FINANZIEREN IN DRESDEN!



Situation der freien Kulturszene in der sächsischen Landeshauptstadt

Die kulturelle Vielfalt Dresdens gehört zum alltäglich gelebten Selbstverständnis und ist Wirtschaftsfaktor der Stadt. Dresden hat diese Vielfalt verdient.

Was ist jedoch mit jenen, die seit Jahren diese Vielfalt hervorbringen und mitgestalten?

Wir, die Vertreter der freien Kulturszene, arbeiten mit Herzblut für die geistige Auseinandersetzung, künstlerische Aneignung und kulturelle Bildung in der Stadtgesellschaft aus unterschiedlichen Sicht und Arbeitsweisen. Wir flankieren und ergänzen in erheblichem Maße die Kulturarbeit der städtischen Einrichtungen und fügen ihr vor allem Facetten hinzu, die für das Kulturleben einer Stadt wie Dresden unverzichtbar und zum internationalen Aushängeschild geworden sind. Wir erzielen einen hohen Regionaleffekt bei der Realisierung von Projekten, indem wir maßgeblich Aufträge an Dresdner Wirtschaftsunternehmen vergeben und mit internationalen und überregionalen Besuchern den Tourismusstandort Dresden stärken.

Seit vielen Jahren wird in Politik und kulturpolitischem Diskurs in Dresden neben der Notwendigkeit der Kultur an sich auch die Bedeutung von Kulturaktivitäten betont, die insbesondere auf ehrenamtlichem Engagement sowie auf der Arbeit von Freiwilligen, Freiberuflern, Praktikanten und Angestellten in freien Kulturträgern beruht. Der Kulturentwicklungsplan zeigt diesen hohen Stellenwert von frei getragener Kunst und Kultur in unserer Stadt auf. Dieser gesellschaftlichen Wertschätzung und politischen Beteuerung, wie bedeutend die Schaffung kulturellen Mehrwertes für die Stadt Dresden sei, widersprechen die in der freien Kultur gezahlten Arbeitsentgelte.
Freiberufliche – z.B. Künstler, Kursleiter, Techniker – sind in der Regel deutlich unterbezahlt. Die angestellten Mitarbeiter erhalten im Durchschnitt nur zwei Drittel des Gehalts, das ihnen nach Qualifikation und Arbeitsleistung gemessen an einer Entlohnung im öffentlichen Dienst zustehen würde. Gerade Teilzeitangestellte verdienen, rechnet man die Überstunden hinzu, für ihre Arbeitsstunden mitunter weniger als den Mindestlohn. Die außerordentlich hohe Zahl von unbezahlten Überstunden in den Einrichtungen macht die die Arbeits‐ und Lohnsituation massiv verschärfende Stellenproblematik deutlich. Die Arbeit von Praktikanten kann oft nicht vergütet werden.

Dem sei hinzugefügt:
Wer als Freiberufler trotz Qualifikation und Fähigkeiten Honorare unter dem wirtschaftlichen Minimum hinnehmen muss, riskiert die Absicherung über die Künstlersozialkasse, ist oft auf ergänzende Hilfen aus dem Sozialsystem angewiesen und perspektivisch von Altersarmut bedroht. Auch Angestellte in der freien Kultur sind auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen.

Wir fordern:
• Aufstockung der Fördermittel für eine adäquate Honorierung für Freiberufler bei geförderten Projekten
• Aufstockung der Fördermittel, damit freie Kulturträger Freiberufler adäquat honorieren können
• Aufstockung der Fördermittel, damit freie Kulturträger angestellte Mitarbeiter tarifgerecht entlohnen können (wie im Jugend‐ und Sozialbereich bereits realisiert),
• Aufstockung der Fördermittel, damit freie Kulturträger Praktikanten gesetzeskonform vergüten können
• Aufstockung der Fördermittel, damit freie Kulturträger realistische Arbeits‐ und Stellenpläne umsetzen können

Damit sich Dresden als würdige Kulturhauptstadt in Europa zeigen kann, muss sie die Lage ihrer freien Kulturschaffenden deutlich aufwerten und die Voraussetzung für faire Arbeits‐ und Produktionsbedingungen schaffen. Nicht mit Worten, sondern mit umgesetzten demokratischen Beschlüssen!

Statt eines Ausblicks:
Die Landeshauptstadt deklariert das Jahr 2015 zum Themenjahr „Dresden – weltoffene Stadt der Kreativen“ und plant im Kulturhaushalt eine Kürzung um mehr als eine halbe Million Euro.
Wir rufen die kulturpolitischen Entscheidungsträger in unserer Stadt auf, eine Reduzierung des Kulturetats nicht zuzulassen und ihre Verantwortung für die Daseinsvorsorge der Kreativen wahrzunehmen!


AG Kurzfilm
Alte Feuerwache Loschwitz e. V.
AuditivVokal Dresden e.V.
Ausländerrat Dresden e.V.
Büro für freie Kultur‐ und Jugendarbeit e.V.
DEREVO Tanztheater Dresden‐St. Petersburg
Deutsches Institut für Animationsfilm e.V.
Deutsch‐Russisches Kulturinstitut e.V.
Dresdner Hofmusik e.V.
Dresdner Kammerchor e.V.
DRESDNER Kulturmagazin
Dresdner Sezession 89 e.V.
Dresdner Sinfoniker
El Perro Andaluz e.V.
Filminitiative Dresden e.V.
Filmverband Sachsen e.V.
Förderverein Putjatinhaus e.V.
Frauen für Frauen e.V. *sowieso*
Gedenkstätte Bautzner Straße / Erkenntnis
durch Erinnerung e. V
geh8 Kunstraum und Ateliers e.V.
HATIKVA e.V.
Heinrich‐Schütz‐Konservatorium Dresden e.V.
HELLERAU – Europäisches Zentrum der
Künste Dresden
JAZZTAGE DRESDEN gUG
Johannstädter Kulturtreff e.V.
JohannStadthalle e.V.
KlangNetz Dresden
Kreative Werkstatt Dresden e.V.
KULTUR AKTIV e.V.
Kulturpaten Dresden
Kunsthaus Raskolnikow/ Galerie e.V.
Künstlerbund Dresden e.V.
Literaturhaus Villa Augustin mit
Erich Kästner Museum
Medienkulturzentrum Dresden e.V.
Peter und Harriet Meining
Mimenbühne Dresden
mlm jazzbuero I Michael Schulz
MitMachKunsthalle / facette e.V.
OSTRALE e.V.
Objektiv e.V.
Projektschmiede gemeinnützige GmbH
riesa efau. Kultur Forum Dresden
Sächsisches Vocalensemble e.V.
scheune e.V. Dresden
Societaetstheater Dresden
SuperYoutour Dinovitz / Lebert
Valentin Steinhäuser
Tanzwoche Dresden ‐ Verein zur Förderung der Tanzbühne Dresden e. V.
Theaterkahn – Dresdner Brettl gGmbH
Trans‐Media‐Akademie Hellerau e.V.
tristan production PR & Kulturmanagement
Wir gestalten Dresden – Branchenverband der Dresdner Kultur‐ und Kreativwirtschaft e.V.




Weitere Rückmeldungen als Unterstützer_in bitte auf der Website
www.netzwerk‐kultur‐dresden.de eintragen

Initiative weltoffenes Dresden - #WOD

Die "Initiative weltoffenes Dresden (#WOD)" ist ein Zusammenschluss der Dresdner Kulturinstitutionen. Unter diesem Namen werden wir in den kommenden Monaten eine Vielzahl von Veranstaltungen in unseren Häusern anbieten. Wir wollen damit ein Zeichen setzen für eine offene Gesellschaft, für Toleranz und Solidarität und gegen Angstmacherei und Populismus. Die Initiative weltoffenes Dresden (#WOD) tritt mit ihren Veranstaltungen öffentlich ein für das fremdenfreundliche Dresden, das stolz ist auf eine Kultur des Miteinander.

Die Initiative weltoffenes Dresden (#WOD) will einen Impuls aus der Zivilgesellschaft geben und steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange und der Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden Helma Orosz.

Folgende Institutionen haben bisher die Initiative unterzeichnet und werden die Headline #WOD – Initiative weltoffenes Dresden bei den entsprechenden Veranstaltungen einsetzen. Die Teilnehmerzahl ist nicht beschränkt, es werden noch weitere Institutionen und Veranstaltungen dazukommen. Die Veranstaltungen veröffentlichen die Institutionen auf ihren Internetseiten und in ihren Programmen. Eine Übersicht finden Sie immer auf www.hellerau.org und auf www.staatsschauspiel-dresden.de

Bleiben Sie regelmäßig informiert über die aktuellen #WOD-Aktivitäten der Kulturinstitutionen Dresdens und LIKEN Sie unsere #WOD-Facebook-Seite.


Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden
HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden
Deutsches Hygiene-Museum
Dresdner Kreuzchor
DRESDNER MUSIKFESTSPIELE
DRESDNER PHILHARMONIE
Dresdner Sinfoniker
Filmfest Dresden
HATiKVA e. V.
Ostrale 015
riesa efau
Theaterkahn – Dresdner Brettl
Jazzklub Die Tonne
Landesbühnen Sachsen
Literaturhaus Dresden
Museen der Stadt Dresden
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
projekttheater dresden
Semperoper Dresden
Societaetstheater
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Staatsoperette Dresden
Staatsschauspiel Dresden
tjg. theater junge generation
Verkehrsmuseum Dresden
weiterdenken, Heinrich-Böllstiftung, Sachsen

Reminiszenz der Spielzeit 2014/15

Unsere 25. Spielzeit 2014/15 gestaltete sich durchwachsen, begann schwach und endete grandios, war geprägt von arbeitsreichen Höhen und Tiefen, bescherte uns Spannendes, Dramatisches, Lustiges und Berührendes, aber auch den einen oder anderen Flop, das eine oder andere gescheiterte Experiment. Insgesamt gab es knapp 200 Vorstellungen. Die Anzahl der Gäste lag bei ca. 15.500, was einer Platzauslastung von ca. 67% entspricht.

Nach unserer Spielzeiteröffnung am 12. September starteten wir mit einem künstlerisch wertvollen, besucherseitig aber eher mäßigen Tanzstück der Koreanerin Hyoung Min Kim. Selten erlebten wir in unserem Hause eine solch grandiose, konzentrierte und wunderbare Arbeit – Tanztheater großer Größe, welche das Publikum – mag es auch nicht so zahlreich erschienen sein, wie erhofft - restlos begeisterte. „Gelbe Landschaften“ entstand aus einer künstlerischen Residenz, wurde also über den Sommer hinweg in unserem Hause erarbeitet.

Seit dem Doppelpass Projekt der Kulturstiftung des Bundes 2012 stellt das projekttheater dresden jährlich bis zu 4 Companien das Haus in Form von Residenzen zur Verfügung. Hier sollen Künstler arbeiten und vor allem mit den Dresdner Künstlern und dem Publikum in Austausch treten. Diese Residenzen senden wichtige Impulse in die Kulturstadt Dresden, sie inspirieren und beleben die Dresdner Szene und öffnen den Blick für andere Realitäten. Vielfältige künstlerische Produkte entstanden bereits in dieser fruchtbaren Atmosphäre. Die sich bildenden Kontakte mit nichtdresdner Künstlern oder Kultureinrichtungen fördern die deutsche und internationalen Kunst- und Kulturszene nachhaltig und eröffnen neue Horizonte. Diese Arbeitsform werden wir in Zukunft weiterführen und ausbauen. So sind für 2015/16 bereits 3 Residenzen in Planung.

Der Herbst 2014 war ansonsten eher das altbewährte Programm mit einer Mischung aus Musik, Theater, Tanz und Performance. September, Oktober, November brachten insgesamt keine Aufreger, aber solide Kunst. Der Publikumszustrom blieb schwach. Dieses änderte sich erst gegen Ende des Jahres. Der Dezember 2014 war ganz für ein junges Publikum gemacht. Fast 600 Kinder erlebten bei uns ein ganz spezielles KinderTanzTheaterprogramm.
Mit „Guten Tag, wo ist mein Fuss?“ präsentierten das Theater Courturier und die JuWie Dance Company unter der Regie von Heikki Ikola ein wunderbares Stück Tanztheater, sie nahmen die Kinder mit auf eine ungewöhnliche, spannende und lustvolle Reise in die Bilderwelt des Malers Joan Miró in einer Mischung von Objekttheater, Tanz und Bildender Kunst.
In „Latke, der Kartoffelpuffer, der nicht aufhören konnte zu schreien“ erlebten die Kinder eine Licht- und Theaterperformance von Utz Pannike und Claudia Reh, in der es um jüdische Traditionen in einer überwiegend christlich geprägten Gesellschaft geht. Die besondere Verknüpfung von Lichtkunst, Erzähl-Theater und Beatbox-Rhythmen begeisterten unsere kleinen Zuschauer.

Die bühne, das Theater der TU, brachte mit dem jährlichen Weihnachtspecial die Adventsonntage zum Beben – hier waren alle Vorstellungen ausverkauft.

Der Dezember hielt noch einen weiteren Höhepunkt bereit: Das Veselé Skoky Festival. In 4 Tagen zeigten wir 5 Stücke dieser wunderbaren, jugendlich frischen, unterhaltsamen Prager Tanztheatercompany. Sie gewannen mit ihren absurd-lustigen Stücken, welche gesellschaftlich relevante Themen mit einem großen Augenzwinkern behandeln die Herzen unseres Publikums.

Der Januar des neuen Jahres brachte uns wieder 6 tolle Aufführungen von Schülern und Schülerinnen der Freien Montessori Schule, welche in einem 2wöchigen Workshop 3 bezaubernde Stücke erarbeiteten.

Mit dieser Flanke im Programm unseres Theaters sind wir sehr zufrieden. Die Hinführung von Schülern zur Theaterkunst über eine Zusammenarbeit mit Schulen ist äußerst bedeutsam in einer Zeit des wachsenden, ungebremsten Medienkonsums. Und dass für die Entwicklung und Persönlichkeitsentfaltung der Jugendlichen Theater ein sehr passendes Medium ist, welches noch dazu Spaß macht, steht sicher jenseits jeglicher Diskussion.

Im Februar organisierten wir im Rahmen des Forum 13. Februar erstmalig eine Aktionswoche zum Thema Flucht & Asyl, in welcher konzentriert thematisch bezogene Theaterveranstaltungen, Diskussionsforen und Gesprächsrunden angeboten wurden. Am Forum 13. Februar beteiligen wir uns schon seit Jahren, doch diese konzentrierte Form der Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema ist neu in unserem Plan. Gemeinsam mit Dresden Nazifrei, dem Afropa e.V., dem Syrischen Flüchtlingsensemble aus Leipzig, dem Panischen NotTheater und der Bühne für Menschenrechte gestalteten wir diese politisch hochaktuelle Woche, welche vom Publikum sehr gut angenommen wurde.
In diesem Rahmen startete auch das Gemeinschaftsprojekt von Afropa e.V., bühne der TU und projekttheater „Das interkulturelle Sofa“. Seit dem 5. Februar 2015 ist das Kultursofa in der ganzen Stadt unterwegs, bei zahlreichen Demos, auf dem Postplatz bei den Postplatzkonzerten von Netzwerk Kultur und Dresden für alle, beim campX Protest-Frühstück am Alexander Puschkin-Platz, bei der Demonstration für Solidarität mit Flüchtlingen, bei der Großdemo am 28. Februar, bei der Langen Nacht der Dresdner Theater, bei der Bürgerkonferenz, beim Bürger Dinner, in Schulen, auf Bühnen und und und. Auf Augenhöhe, in entspannter Atmosphäre hat man auf dem Sofa die Möglichkeit, mit Geschichtenerzählern, zum Beispiel Kriegsflüchtlingen, direkt ins Gespräch zu kommen, zu diskutieren, sich kennen zu lernen. Dieses Projekt wird auch 2015/16 weitergeführt.

Und dann war es soweit. Am 21. Februar 2015 feierte das projekttheater dresden den 25. Geburtstag. Unter dem Motto „Schön sollen die anderen“ vereinigten sich zahlreiche Künstler, alle mit unserem Hause verbunden, um das Publikum mit einem ungewöhnlichen und abenteuerlichen Spaziergang durch das projekttheater zu überraschen. Es ging von hinten nach vorn, hoch und runter, quer und gerade, durch Vergangenheit und Gegenwart. Es wurden Türen geöffnet, die sonst für den Zuschauer geschlossen sind und unsere Gäste erlebten heiter-kuriosen Szenen aus dem Biotop kulturschutzgebiet projekttheater. Es war ein großartiges Fest, es gab viele Geschenke für uns und viele Geschenke für das Publikum, wir feierten jedenfalls bis in den Morgen.
 
Unsere 2. Kabarettwoche im März stand in dieser Spielzeit unter einem schlechten Stern. Zu erwarten stand wieder geballte Politsatire – doch von den 5 Vorstellungen mussten leider 2 ausfallen, da die Künstler erkrankten, dies war sehr schade. Doch davon lassen wir uns in unsere Überzeugung, das politisches Kabarett ins projekttheater gehört nicht abschrecken. Die nächste Kabarettwoche wird es vom 29. März bis 2. April 2016 geben, ein bißchen später als in dieser Spielzeit und hoffentlich nach der Grippewelle, die ja Dresden für lange Zeit in Schach hielt.

Im April brachte eine Uraufführung auf unsere Bühne. „Halbwegs. Ich“ ist gelebte Geschichte, amüsant und traurig, spannend und banal wie das Leben selbst, hervorragend erzählt und besungen von Utz Pannike.

Am 21. März folgte dann ein Höhepunkt im jährlichen Spielplan. Die Lange Nacht der Dresdner Theater ist für uns immer ein ganz besonderes Event. In diesem Jahr erlebten über 500 Gäste ein abwechslungsreiches Programm in unserem Haus, welches durchaus repräsentativ für das Spektrum unseres Spielplanes ist. Die Schülerband „Inspire the Fire“ eröffnete wieder rockig und laut den Abend. Es folgten die Silbernen Reitern mit ihrem etwas anderen Literaturprogramm und sorgten für eine heitere Atmosphäre im Saal. Die Tänzerinnen Nicole Meier und Marlene Tanczik brachten das Theater mit ihren tänzerischen Improvisationen nach Wünschen des Publikums zum Beben und die Flamencokünstler um Johannes Ratsch und Migiwa Shimzu dann als Abschluss zum Kochen. Da vergaß jeder Kälte und Regen. Im Rahmenprogramm hatten wir das Dresdner Trommelensemble zu Gast. Es war wieder ein toller Abend, voller Überraschungen.

Und schon stand die Tanzwoche vor der Tür, welche vor 24 Jahren vom projekttheater initiiert und seitdem organisatorisch begleitet wird und in deren Rahmen wir nach wie vor eine Hauptspielstätte sind. Es war ein wahres Fest des Tanzes. Der Publikumszuspruch war hoch, die Darbietungen spannend und kurzweilig, der Unterhaltungswert ausgesprochen hoch, wesentlich höher, als in so manchem anderen Jahr.

Im Mai ging es mit den Zuschauerzahlen endgültig bergauf. Unser Programm wurde konsequent politischer, gesellschaftlich relevanter – und das nahm das Publikum an. So beteiligten wir uns z.B. am Aktionstag Dresden zur bundesweiten Transnationalen Mobi-Tour für Bewegungsfreiheit, Autonomie und Gutes Leben statt G7 mit der BUKO und zeigten das Stück des Tunesiers Riad Ben Ammar „HURRIA! Theatrale Revolution für Bewegungsfreiheit“, welches Freiheitssuche, Migrationskontrolle, Frontex, Abschiebungen und religiösen Fundamentalismus thematisiert. Auch die Arbeit „Hatersgonnahate – ein Abend für Wladimir Putin“ der jungen Performerinnen Sarah Kindermann und Eva Hintermaier zum Thema männliches Herrscherbild und konstruierte Feindbilder fand sein interessiertes Publikum.

Ebenfalls im Mai feierte im Rahmen unseres Projektes „Kulturtransfer – Zu Gast bei Freunden“ die Produktion „Salomé“ der Landesbühnen Sachsen bei uns ihre Premiere.

„Zu Gast bei Freunden“ ist ein Projekt des künstlerischen Austausches zwischen Bühnen der Stadt, es geht hier um das Experimentieren mit neuen Formaten, Begegnungen mit und in neuen Räumen, das Zusammenführen verschiedener Künstler und Künste. Feste Partner sind die bühne der TU und – neu seit dieser Spielzeit – die Landesbühnen Sachsen. Diese Zusammenarbeit ist äußerst inspirierend für alle Beteiligten und eröffnet neue Wege und neue Räume für die Kunst dieser sehr verschiedenen Bühnen und wird in der kommenden Spielzeit weitergeführt und intensiviert. So wird am 9. Oktober 2015 im Rahmen dieses Kulturtransfers Landesbühnen-projekttheater die Uraufführung des Stückes „Sehnsucht Kuba“ als gemeinsames und internationales Kooperationsprojekt in unserem Haus stattfinden.

Als ein Höhepunkt der sehr intensiven und anregenden Zusammenarbeit zwischen bühne und projekttheater kann man wohl das jährliche gemeinsame Ausrichten eines anarchistischen Programms zur Bunten Republik Neustadt zählen. In diesem Jahr eröffneten wir im Hof des pt ein Protestcamp. Es gab eine Zoo „BRN-Ballermann Republik Neustadt“ in welchem Tiere in freier Wildbahn des Festgeländes beobachtet werden konnten, Protestzelte zu den Themen Menschenrechte, Tierschutz, Bewegungsfreiheit, Revolutionskaraoke, eine Malecke zum Thema „Male dein eigenes Manifest – Marx mit, Marx nach, Marx besser“, ein Gruselkabinett zum Thema Patriotismus, Islamisierung, Abendland, kurz Pegida, und vieles mehr. Unsere Protestwand, auf der unsere Besucher ihren ganz persönlichen Protest festhalten konnten, ist aktuell im BRN-Museum auf der Prießnitzstraße ausgestellt.

„Dresden isst bunt – ein Gastmahl für alle“ – so lautete das Motto des Großevents am 10. Juni auf dem Altmarkt. Was für ein Fest!!! Es wurde eine Kundgebung für Weltoffenheit und Toleranz, an der sich alle Kultureinrichtungen der Stadt, Initiativen, Vereine, Museen, Chöre beteiligten. An unserem Tisch wurde getrommelt, getanzt, gegessen, geredet und vor allem VIEL VIEL GELACHT. Hautfarbe, Nationalität, Kleidung spielten keine Rolle mehr, wir feierten alle gemeinsam ein wunderschönes Fest mit spannenden Begegnungen, erhellenden Gesprächen, Spaß und vor allem einer großartigen Musikperformance vom Dresdner Trommelensemble um Thore Volquardsen und Barbara Reyher vom IPSE-Projekt.

Natürlich gab es nicht nur Neues, auch Altbewährtes wurde fortgesetzt. Nach wie vor sorgen die Mitglieder von FSK – dem Improtheater der bühne der TU jeden dritten Dienstag für schmerzende Lachmuskeln. Jeden 2. Dienstag im Monat sind die LITERATURverführer Dresdens, die Silbernen Reiter im projekttheater zu Gast. Udo Tiffert, Konstantin Turra und Moritz7 laden zu einem Abend voller Lesevergnügen ein.

Im Juli erreichten wir mit unserem Programm dann fast das Maximum der Besucherauslastung. Mit ca. 650 Besuchern bei 7 Vorstellungen lag die prozentuale Sitzauslastung bei über 90%. Bei tropischen Außentemperaturen und vollem Haus trat schon fast Sauerstoffmangel in unserem kleinen Theatersaal ein.

Zu sehen waren „Die Freude am Leben“, die Workshoppräsentation des Springkraut e.v. „Zirkus macht stark“, die Premiere von „Dracula-Tot aber durstig“ der Theatergruppe Pomba Mae des Columba Palumbus e.V. – ein inklusives Theaterprojekt der Sonderklasse – und noch einmal Flamenco zum Spielzeitabschluss.

Und letzteren feierten wir in diesem Jahr auf ganz besondere Art und Weise. Denn: wir haben es geschafft! Das projekttheater dresden wird barrierefrei! Dank der großen Unterstützung durch die Landeshauptstadt Dresden, genauer das Stadtplanungsamt, und ihr Förderprogramm Barrierefreies Bauen „Lieblingsplätze für Alle“ können wir über den Sommer Hindernisse abbauen, damit körperlich eingeschränkte Menschen nicht mehr draußen bleiben müssen. Es wird ein Zugang zum Foyer geschaffen, indem dort ein Lift gebaut wird. Im Foyer selbst geht es hauptsächlich um den Umbau der Toilette in ein behindertengereches WC. Dazu müssen Wände verrückt, Rohre neu verlegt und die Tür verbreitert werden. Dieses alles können wir mit Hilfe der Zuwendung jetzt realisieren. Allerdings überschreiten die Baukosten die Fördersumme und so sind wir nach wie vor auf der Suche nach Unterstützern. Einer dieser Unterstützer ist der Columba Palumbus e.V.. Mit ihm gemeinsam haben wir in diesem Jahr statt einer Spielzeitabschlussfeier eine BENEFIZveranstaltung organisiert und luden am 12. Juli zu einem Nachmittagsspecial ein. Zu sehen gab es das Hip-Hop-Tanz-Märchen „Hinsel & Grete“, ein InklusionsKinderStück von Menschen mit und ohne Handicap und die unglaublich bewegende, großartige multiple Tanz-Performance „multifil identity“ unter der Leitung des tschechischen Regisseurs und Choreografen Bronislav Roznos. Alle Einnahmen des Tages kommen dem Umbau zu Gute.

Natürlich gab es noch viel mehr außer Vorstellungen im projekttheater über das Jahr. Wir unterstützen zahlreiche Projekte, deren Ergebnisse nicht auf unserer Bühne gezeigt wurden, sei es durch das zur Verfügung stellen von Räumen, von Technik oder oder oder.  Es wurden zahlreiche Workshops durchgeführt, so z.B. die Spielleiterschulung des Landesjugendpfarramtes, es gab und gibt täglich Kurse und Unterricht in unseren Räumen.

Die Spielzeit 2014/15 brachte uns und dem Publikum 16 Premieren neuer Stücke, 4 Uraufführungen, 5 Amateurtheaterprojekte, 11 politische Veranstaltungen wie Foren/Diskussionen, 3 Tanzprojekte außerhalb der Tanzwoche Dresden, 3 Schülertheaterprojekte mit insgesamt 21 Aufführungen, 22 Vorstellungen für Kinder mit über 1000 kleinen und großen Besuchern, 3 Präsentationen von Workshops, welche in unserem Haus stattfanden und ergänzend gab es 6 Ausstellungen, welche jeweils mit einer Vernissage eröffnet wurden.

30.7.2015
Anke Siefke